17. Juni 2024

Liebe Freunde!

„Lernt vom Feigenbaum: Wenn seine Knospen weich werden und die Blätter zu sprießen beginnen, wisst ihr, dass der Sommer kommt, ohne dass es euch jemand sagt.“ (Mt 24,32) 

Bald kommt der längste Tag des Jahres und damit der astronomische Sommeranfang. Doch bisher lassen sommerliche Temperaturen noch auf sich warten. Dabei sehnen wir uns doch nach lauen Sommerabenden, an denen man lange draußen sitzen, Wärme und Helligkeit genießen und sich am Leben freuen kann. Daran, dass Gott die Schöpfung und uns belebt und erhellt, immer wieder. Im Buch Prediger (3,11-12) heißt es: „Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt.“ Und weiter: „Aber der Mensch kann Gottes Werke nie voll und ganz begreifen. So kam ich zu dem Schluss, dass es für den Menschen nichts Besseres gibt, als fröhlich zu sein und das Leben zu genießen.“ Wir dürfen das Leben genießen und uns freuen. Auch, wenn wir nicht alles verstehen, was Gott tut oder scheinbar nicht tut. Im einen Moment verstehen wir nicht, warum es noch immer so kalt ist und sehnen uns nach der Sonne. In einem anderen Moment, viel existentieller, verstehen wir nicht, warum Gottes Versprechen und Verheißungen an uns auf sich warten lassen und sehnen uns nach Erfüllung unserer Sehnsüchte, Hoffnungen und Träume. Doch das Buch Prediger versichert uns: „Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit.“ Oder in einer anderen Übersetzung: „Für alles auf der Welt hat Gott schon vorher die rechte Zeit bestimmt.“ Oft bleibt uns tatsächlich nichts anderes übrig, als auszuhalten, durchzuhalten, stille zu halten, uns Gott hinzuhalten, uns an ihm festzuhalten und ihm zu vertrauen, ganz gleich, was geschieht. Und dabei nicht unsere Hoffnung und Sehnsucht aufzugeben, sondern damit immer wieder zu Gott zu kommen: „Ich setze meine ganze Hoffnung auf den Herrn; ich warte auf sein erlösendes Wort. Ja, ich warte voller Sehnsucht auf den Herrn, mehr als die Wächter auf den Morgen!“ (Ps 130,5-6)

Jesus ermutigt seine Jünger damals und uns heute, mit offenen Augen durch Gottes Schöpfung zu gehen und von ihr für das eigene Leben und die Beziehung mit Gott zu lernen: So, wie die sich entwickelnden Knospen des Feigenbaumes ein Zeichen für das Kommen des Sommers sind, so dürfen und sollen wir in unserem Leben und in der Welt immer wieder danach Ausschau halten, wo Gott „durchbricht“, wo er sein Wirken entfaltet, wo Gottes Herrschaft und sein Reich wachsen und Früchte tragen. Denn: „Unser Gott kommt und schweiget nicht.“ (Psalm 50,3)

Herzlich, im Namen des Christus-Treff,

Steffi Baltes