2. Oktober 2022

Liebe Freunde!

Der September ist ein schöner Monat, Übergang vom Spätsommer zum frühen Herbst. Noch hat die Sonne Kraft, aber die Tage werden kürzer und die Nächte kälter. Vielleicht kommt in uns ein wenig Wehmut auf, weil das Jahr nun in sein letztes Viertel getreten ist und der astronomische Herbstanfang bevorsteht. Aber auch im Kirchenjahr ist der September ein spannender Monat. So wird z.B. am 14. September das uralte Fest der Kreuzerhöhung von orthodoxen und orientalischen Christen überall auf der Welt begangen, in der Erinnerung an die Wiederauffindung des Kreuzes Jesu durch Kaiserin Helena in Jerusalem. Besonders in der Grabeskirche, nur 4 Geh-Minuten von unseren Mitarbeitern im Johanniter-Hospiz entfernt, wird dieser Tag eindrucksvoll gefeiert. So können wir uns mitten im September, 5 Monate nach Karfreitag und Ostern, wieder daran erinnern, was Jesus für uns getan hat und wie sehr wir persönlich, aber auch in unserem Umfeld und Weltgeschehen, seine Heilung und Erlösung brauchen. Der Dichter Venantius Fortunatus hat um 600 eine Hymne an das Kreuz Christi geschrieben, in der es heißt: Beuge, hoher Baum, die Zweige, werde weich an Stamm und Ast, denn dein hartes Holz muss tragen eine königliche Last, gib den Gliedern deines Schöpfers an dem Stamme linde Rast.

Noch ein anderer Feiertag im September erinnert uns daran, dass wir auf Gottes Hilfe und Heilung angewiesen sind, darauf, dass er seine Hand über uns und alle Menschenkinder hält: Der Michaelistag, der die drei in der Bibel namentlich genannten Engel ehrt: Michael (Wer ist wie Gott), Rafael (Gott heilt) und Gabriel (Meine Kraft ist Gott). Gott sendet immer wieder seine Engel, um uns auf unserer Lebensreise zu begleiten und uns zu stärken, das Gute zu tun, das Gott uns aufträgt. Das bekennt König David in einem Gebet: „Der Engel des Herrn lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.“ (Psalm 34,8). Und das sehen wir auch an der spannenden Geschichte des jungen Tobias, dessen Vater Tobit überzeugt ist: „Ein guter Engel wird ihn begleiten, und seine Reise wird gelingen, und er wird wohlbehalten zurückkehren.“ (Tobias 5,22) Das kann uns ermutigen, auch in diesem Monat in allem auf Gottes Macht und Barmherzigkeit zu vertrauen.

Herzlich, im Namen des Christus-Treff,

Steffi Baltes