19. Mai 2021

Aktuelles von Mohrmanns: Leben auf der Baustelle

Die Leiter unserer Arbeit im Johanniter-Hospiz in Jerusalem, Elsa und Michael Mohrmann, berichten von der Situation im Pilgerhaus, im Land selbst und vom bevorstehenden Osterfest. Bitte nehmt die Neuigkeiten zum Anlass, für Michael und Elsa sowie für alle Menschen in Israel und den palästinensischen Autonomiegebieten zu beten:

„Nun sind wir tatsächlich seit einem Jahr ohne Gäste und ohne Volontäre im Haus, das seit Ende November aufgrund von umfangreichen Sanierungsmaßnahmen zu einer großen Baustelle geworden ist. Da in der Firma sowohl Israelis und Mitarbeiter aus der Westbank beschäftigt sind, arbeiten die verschiedenen Teams an 7 Tagen in der Woche, oft von 6 Uhr morgens bis spät abends. Statt Gästebegleitung ist nun die Baubegleitung über Monate unser Job. Die bis Ende Februar geplante Maßnahme wird sich vermutlich bis Ende April hinziehen. Wir freuen uns sehr auf schöne neue Räume mit edlen Bädern und Klimaanlagen zum Heizen im Winter und Kühlen im Sommer. Israel hatte bisher insgesamt 139 Tage im Lockdown, mehr als jedes andere Land. Aber da nun bereits die Hälfte der Bevölkerung gegen Corona geimpft ist, gehen aktuell die Zahlen deutlich zurück und das Leben normalisiert sich, allerdings weiterhin ohne Touristen. Wir hatten sehr darauf gehofft, über Ostern vielleicht schon Gäste begrüßen zu können, aber da unsere Baumaßnahme nicht abgeschlossen ist und in Deutschland das Impfen nur langsam vorangeht, wird es wohl noch einige Zeit dauern. Wir sind im Februar geimpft worden, es hat jeweils nur 8 Minuten gedauert, bis wir wieder aus dem Impfzelt gekommen sind. Israel geht damit sehr viel unkomplizierter um, Impfungen wurden z.B. beim Einkauf bei Ikea angeboten oder in Tel Aviv für junge Erwachsene gegen Bier und Humus. In der Westbank sieht es ganz anders aus, dort gibt es noch wenig Impfstoff und die Sterberate steigt drastisch, weil die Krankenhäuser nur sehr schlecht ausgestattet sind (der Impfstoff aus Israel wird abgelehnt, aber Israel hat allen Palästinensern, die auf israelischer Seite Arbeiten, den Impfstoff angeboten). Wie wir mit der evangelischen Erlöserkirchengemeinde das Osterfest feiern können, ist noch nicht ganz klar. Im Moment feiert die kleine Gemeinde ohne Touristen jeden Sonntag mit ca. 20 Personen im Freien. Am Palmsonntag beginnt in diesem Jahr abends das jüdische Passafest, das eine Woche lang bis Ostersamstag gefeiert wird. Wir sind gespannt auf die Festtage, die wir wohl entspannter als je zuvor feiern können, weil deutlich weniger Touristen in der Stadt sind. Den großen Osterbrunch mit vielen Freunden werden wir in diesem Jahr nicht bei uns im Haus anbieten können, wiederum aufgrund der Baumaßnahme und den nicht ganz klaren Corna-Bestimmungen. Wir bleiben also weiterhin gespannt, wann die Sanierung endlich abgeschlossen wird, wann wir einmal wieder (nach bald 2 Jahren) nach Deutschland reisen können, wann wir wieder Gäste und Volontäre begrüßen dürfen und wie dann die Bestimmungen aussehen (z.B. ob nur geimpfte Personen reisen können, ob wir nur Geimpfte aufnehmen dürfen etc.). Am meisten sehnen wir uns tatsächlich nach einem geregelten Betrieb, sodass wir endlich wieder das tun können, wofür unser Herz schlägt: Gastfreundschaft zu leben. Danke, dass ihr an uns denkt! Gern würden wir die neuen Zimmer auch entsprechend schön einrichten, da sind wir auf viel Unterstützung angewiesen: Wir freuen uns über Spenden unter dem Stichwort: „Ausstattung Joho“ an den CT. Herzlich, Eure Michael und Elsa Mohrmann“

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