23. November 2020

Zum Israelsonntag – gelebte Versöhnung

„Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat.“ (Ps. 33,12)

So lautet der Wochenspruch für den kommenden Sonntag, den 10. Sonntag der Trinitatis-Zeit. Dieser Sonntag ist zugleich auch „Israelsonntag“. Er erinnert seit dem 16. Jahrhundert an den Gedenktag der Zerstörungen des Jerusalemer Tempels und fällt ungefähr in die Zeit, in der jüdische Gläubige den Gedenktag als „Tischa be Aw“ begehen. Der Israelsonntag soll uns Christen daran erinnern, dass Gottes Herz nach wie vor für sein Volk schlägt, und uns an unsere Verantwortung erinnern, die wir unseren jüdischen Geschwistern gegenüber haben. Wir dürfen trauern über das Unrecht, dass jüdischen Menschen im Laufe der Jahrhunderte von Christen angetan wurde, uns aber auch freuen, dass Christen und Juden heute respektvolle, gelingende Beziehungen führen und nicht selten eine große Verbundenheit miteinander spüren. Nicht zuletzt wegen dieser Verbundenheit unterhält der Christus-Treff eine Arbeit im Johanniter-Hospiz in Jerusalem, in dem unsere Mitarbeiter seit 27 Jahren ihren bescheidenen Beitrag zu gelingenden Beziehungen und gelebter Versöhnung leisten – mit jüdischen Israelis, arabischen Christen und anderen, die im Heiligen Land leben. In unserer Kapelle dort wird regelmäßig für das Land und seine Menschen, aber auch für die ganze Region um Frieden und Gottes Segen gebetet. Vielleicht können wir den Israelsonntag zum Anlass nehmen, um für unsere Hauseltern im Johanniter-Hospiz, Elsa und Michael Mohrmann, zu beten. Lasst uns Gott auch bitten für die an Corona erkrankten Menschen in Israel und den palästinensischen Autonomegebieten, für Frieden in der Region und für das Nachbarland, den Libanon, insbesondere die Bewohner Beiruts.

„Wünschet Jerusalem Frieden! Es möge wohlgehen denen, die dich lieben! Es möge Friede sein in deinen Mauern und Glück in deinen Palästen!“ (Ps. 122, 6f)

Herzlich, im Namen des Christus-Treff,

Steffi Baltes

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