17. Juni 2021

Neuigkeiten von Sabine aus Brasilien

Immer wieder werde ich gefragt, wie es mir geht, denn die Lage in Brasilien ist ja ziemlich katastrophal. Hier sind wir bisher alle verschont geblieben, auf anderen Stationen gab es Infektionen mit leichten Verläufen. In jeder Region sind der Umgang mit den Infektionszahlen, die Regeln und die Anzahl der Impfdosen unterschiedlich. Nachdem wir hier im März so hohe Zahlen wie nie zuvor hatten, sind diese jetzt seit einigen Wochen rückläufig. Es gab einen harten Lockdown inklusive Ausgangssperren in der Nacht. Die Impfungen (CoronaVac aus China und AstraZeneca) sind auch schon in vollem Gange, ca. 14 Prozent der Bevölkerung hat eine erste Dosis erhalten. Nach den Senioren sind jetzt die Menschen mit Vorerkrankungen an der Reihe, danach kommt evtl. das pädagogische Personal. Das Foto, auf dem ich zu sehen bin, ist bei unserer Osteraktion für die Kids entstanden: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“. Diese Gewissheit soll uns immer wieder neu berühren und ermutigen, damit wir sie weitergeben können. Wenn wir Gottes Auftrag für unser Leben annehmen, machen wir zum einen das, was Gott MIT und DURCH UNS tun will und zum anderen erleben wir, wie Gott etwas IN UNS tut. Im ersten Punkt fühle ich mich zurzeit ziemlich ausgebremst und das erzeugt einen gewissen Frust, der mir manchmal den Blick auf den anderen Punkt verstellt, denn in den letzten Monaten hat sich da einiges getan. Unsere morgendliche Andacht im Kita-Team konnte durch die zusätzliche Zeit etwas intensiver ausfallen. Brasilien ist ein christlich geprägtes Land, was nicht heißt, dass alle unsere Erzieherinnen Jesus gut kennen. Doch aufgrund persönlicher Betroffenheit in der Familie oder anderer Sorgen gab es einen guten Austausch und viele Gebetsanliegen wurden erhört. Manchmal war es Heilung und Bewahrung, manchmal einfach Trost und tiefer Frieden in einer schwierigen Lage. Auch im Hauptamtlichen-Team haben wir viele Möglichkeiten, uns gegenseitig zu ermutigen. Über Zoom-Treffen oder persönliche Videoanrufe konnte die Gemeinschaft über Entfernungen von bis zu 2800 km besser zusammenwachsen. Diesen Online-Austausch wollen wir auf jeden Fall beibehalten, auch wenn der normale Alltag wieder beginnt. Und so langsam sieht es zumindest in den Kitas danach aus. Am 3. Mai konnten wir nach fast 14 Monaten Pause wieder öffnen! Zwei kleine Gruppen der 4 – 5-Jährigen kommen entweder vor- oder nachmittags und werden mit einer warmen Mahlzeit im Bauch nach Hause entlassen. Es war für uns alle wie Musik in unseren Ohren, die fröhlichen Kinderstimmen zu hören. Die ohnehin schon prekären Verhältnisse der Familien werden durch die Pandemie noch verstärkt (Arbeitslosigkeit, Mangelernährung und manchmal auch Gewalt), umso mehr haben wir immer wieder auf eine Öffnung gehofft. Die 4-jährige Samira konnte nicht aufhören zu beteuern: „Ich hab euch alle lieb“. Zwei Schwestern sagten gleich als erstes, dass sie nicht gefrühstückt hatten und alle freuten sich auf unseren Spielplatz. Möchtet Ihr mit uns um Bewahrung und Schutz von den Kids und dem Team beten? Liebe Grüße aus dem herbstlichen Südbrasilien, bleibt bewahrt, Sabine (sabine.suelzle@gmx.de)

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