21. Februar 2024

Nachrichten von Mohrmanns und unserer Arbeit in Jerusalem

Vor einigen Tagen haben uns unsere Hauseltern, die unsere Arbeit im Johanniter-Hospiz in Jerusalem leiten, Michael und Elsa, folgende Zeilen geschrieben: Liebe Freunde, nach dem entsetzlichen Terrorangriff der Hamas und dem daraus resultierenden Krieg sind wir voller Trauer und Fassungslosigkeit angesichts des übergroßen Leids in Israel und im Gazastreifen. Die Woche nach dem 7. Oktober war davon geprägt, irgendwie eine Übersicht zu gewinnen, was gerade passiert und dann den Gästen und Volontärinnen zu helfen, möglichst schnell vorzeitige Flüge zurück nach Deutschland zu bekommen. Wir waren sehr erleichtert, als nach erheblichen Mühen und mehrfachen Flugumbuchungen alle Gäste und auch die Volontärinnen Melina, Joanna und Pauline bis zum 13. Oktober alle einen Flug bekommen haben. Die Volontärinnen sind mit einem der letzten Sonderflüge der Lufthansa geflogen. Gegen 22 Uhr in der Nacht von Samstag auf Sonntag, 15.10., haben Elsa und ich einen Anruf erhalten, dass man damit rechnet, dass nun die Bodeninvasion der IDF in den Gazastreifen beginnt und dann vermutlich der Flughafen für den zivilen Luftverkehr gesperrt wird. Es gab ein ganz kleines Sonderkontingent von Rückflügen mit der deutschen Bundeswehr. Uns wurde vom Auswärtigem Amt mitgeteilt, dass wir dort einen Platz bekommen könnten, wenn wir bis spätestens 8 Uhr am Flughafen sind. Unsere langjährigen Freunde Harry und Dagmar Tees, die ja in unserer Nachbarschaft wohnen, hatten sich bereit erklärt, im Notfall nach unserem leeren Haus zu schauen. Sie hatten sich entschieden, in Jerusalem zu bleiben. In der Nacht haben wir dann noch eine Übergabe gemacht und Elsa und ich sind nur mit Handgepäck zum Flughafen aufgebrochen. Die Bundeswehr hat uns über Berlin nach Köln geflogen, einen Tag später sind wir dann in Marburg angekommen. Wir sind sehr dankbar, dass Christian und Michaela Mutschler uns wunderbar aufgenommen haben – eine Wohltat nach der herausfordernden letzten Woche in Jerusalem. Wir haben uns gut erholt, spüren allerdings, dass unsere Herzen in Jerusalem hängen geblieben sind. Wir möchten gern bei den Menschen sein, die aus verschiedensten Gründen nicht ausreisen konnten, mit der evangelischen Gemeinde und mit manchen, die in Israel nun eventuell aus ihrem Zuhause flüchten müssen. Wir hatten uns deshalb in Absprache mit dem Vorstand vom CT entschlossen, am Montag, den 30.10., zurück nach Israel zu fliegen. Die Israelischen Fluggesellschaft EL AL fliegt noch täglich, im Moment ist der Flughafen noch offen, die Bodeninvasion zögerte sich heraus. Am Sonntag, 29.10., haben wir dann auf Anraten vieler Freunde den Rückflug nach Israel wieder storniert, weil nun gerade der Krieg in die nächste Phase geht und die Bodeninitiative begonnen wurde, mit unvorhersehbaren Folgen. So hängen wir weiter zwischen Marburg und Jerusalem und versuchen, von hier aus in gutem Kontakt zu unseren Freunden dort zu bleiben. Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass ein friedliches Zusammenleben möglich sein kann, so wie wir es mit unseren jüdischen, arabischen und christlichen Freunden in unserer Umgebung bereits erlebt haben. Bitte betet und hofft mit uns. Wer in dieser schwierigen Situation den Christus-Treff unterstützen möchte, die hohen Flugkosten und den kompletten Ausfall der Gästeeinnahmen zu tragen, damit unser Dienst in Israel hoffentlich im nächsten Jahr gut weitergehen kann, kann dies über das Spendenkonto für das Johanniter-Hospiz tun: Kontoinhaber: Christus-Treff e.V. IBAN: DE63 53350000 1010070020, Verwendungszweck: Spende Johanniter-Hospiz. Danke für Eure Verbundenheit, Eure Michael und Elsa Mohrmann.

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