17. Juni 2024

Neuigkeiten von Sabine aus Brasilien

Ihr Lieben, ich wünsche Euch allen ein hoffnungsvolles Jahr 2021, in dem ihr Gottes segnende Hand erfahrt. Mit allen Aufs und Abs im letzten Jahr bin ich dankbar für Gottes Bewahrung und Begleitung. Hier in Brasilien sind die Infektionszahlen weiterhin konstant hoch. Das Gesundheitssystem ist sehr prekär, mögliche Impfungen kommen hier sehr viel später an und werden bei über 200 Millionen Einwohnern nicht für alle reichen. Und genau in diese Wirklichkeit sind wir hineingestellt, um Licht zu sein und auf Jesus Christus hinzuweisen. Das neue Jahr fängt mit einigen Renovierungen in der Kita hier im Armutsviertel an, in einem Holzbau muss immer wieder etwas ausgebessert werden. Wir hoffen, dass wir dann im März mit einem besonderen Hygienekonzept endlich wieder öffnen können. Vor einigen Tagen las ich morgens im Buch Prediger, Kapitel 3: „Alles hat seine Zeit.“ Ich blieb an den Aussagen aus Vers 2 und 3 hängen: „… pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit … abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit“. Wie passend, hatten wir doch das Ausräumen unserer zweiten Kita im Stadtzentrum vor uns. Seit März 2020 konnte der Betrieb nur noch durch Homeschooling stattfinden. Durch die zunehmenden wirtschaftlichen Folgen der Pandemie konnten die Eltern selbst die zuletzt stark reduzierten Beiträge nicht mehr zahlen, sodass wir schweren Herzens diese

Einrichtung aufgeben müssen. Besonders für meine brasilianischen Kollegen, die die Kita vor 4 Jahren aufgebaut haben, ist das hart. Hatten sie es nicht als Auftrag von Gott verstanden? Ist diese Kita jetzt nicht mehr sein Wille? War all ihre Mühe und ihr Herzblut umsonst? Diese Fragen sind schwer zu beantworten, aber wir haben Gottes Zusage, dass das, was er spricht, auch immer geschieht (Jes. 55,11) und wir dürfen es Gott überlassen, was im Leben der Kinder und Familien wächst. Dazu hatte ich Ende letzten Jahres auch ein Erlebnis. Ich war mit dem 6-jährigen Daví, dem Sohn meiner Kollegen, auf unserem Gelände unterwegs und innerlich niedergeschlagen. Viele meiner Arbeitsbereiche konnte ich nicht so ausführen, wie ich es gerne wollte, und auch die sehr begrenzten Möglichkeiten, den Kids und ihren Familien hier im Armutsviertel zu helfen, frustrierten mich. Als ein wunderschöner Sonnenuntergang den Himmel in verschiedene Rottöne färbte, fing Davi an zu singen: „Der größte Maler der Welt malt meine Geschichte. Und das Werk war ich, unterzeichnet von Gott.“ Das war ein Lied vom letzten Weihnachtsmusical unserer Kita. In dem Moment hat Gott mich daran erinnert, dass er selbst es ist, der meine Geschichte schreibt und nicht die Umstände. Wenn diese Zeilen bei Daví hängen geblieben sind, so vielleicht auch bei vielen seiner Kita-Freunden, obwohl wir schon seit 9 Monaten geschlossen haben. Meine Hoffnung ist, dass sie damit auch ihre Familien ermutigen, so wie Gott mich berührt hat. Danke für alle Gebete für Ana, die Witwe meines an Covid-19 verstorbenen Kollegen. Sie hat beschlossen, unsere Missionsstation zu verlassen und zu ihrer Familie zurückzukehren. Für die damit verwaiste

Station am Amazonasrand schenkte Gott Ende des Jahres einen Aufbruch, über den wir nur staunen

können. Zwei junge Familien sehen sich von Gott dorthin berufen und wir sind gespannt auf das, was Gott dort weiterhin tun wird. Beten könnt ihr für die Öffnung der Kita, dass wir den Familien mit Kreativität und Weisheit von Jesus erzählen können; dass wir persönlich mit den Enttäuschungen und Veränderungen klarkommen und von Gott neue Perspektiven geschenkt bekommen. In herzlicher Verbundenheit grüßt euch Sabine (sabine.suelzle@gmx.de)

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