21. Juli 2024

Blick in die Welt: Kongo

Henrik Ermlich, früher lange im CT und nun mit Friends in Deutschland und international unterwegs, berichtet uns von seinem letzten Einsatz Ende vergangenen Jahres im Kongo:

Vom 27.11.-16.12.22 war ich in der Demokratischen Republik Kongo unterwegs. Die ersten Tage war ich in der Grenzstadt Goma, danach ging es mit einem achtköpfigen Team in das Landesinnere in die Gegend von Masisi. Im Grenzgebiet zu Masisi kämpft die kongolesische Regierung gegen eine ruandische Rebellengruppe. Diese stoßen auch immer wieder in das Gebiet von Masisi vor und terrorisieren die Bevölkerung. Daher gibt es so gut wie keine ausländischen Missionare in diesem Gebiet. In einem Dorf sagte uns ein Mann, ein Ältester aus einer Gemeinde, der ungefähr Mitte 60 war: Das letzte Mal, dass ein „Weißer“ das Evangelium in seinem Dorf gepredigt habe, sei mindestens 50 Jahre her. Damals war er noch ein kleines Kind gewesen. Die Straßen sind in der Regenzeit nur sehr schwer passierbar. Immer wieder versperren kleine Erdrutsche von den Hängen die Straßen und müssen von Hand aufgegraben werden. Zudem sind die Straßen sehr uneben, was es sehr anstrengend macht, sie zu befahren. An manchen Stellen versperren festgefahrene oder liegengebliebene LKWs die Straßen, so dass es manchmal nur zu Fuß weitergeht. Jeden Vormittag lehrten wir in den Gemeinden und ermutigten die Gläubigen mit dem Wort Gottes. Am Nachmittag hielten wir eine Evangelisation in den Dorf- und Stadtzentren ab, zu denen hunderte von Menschen kamen und die gute Nachricht von Jesus Christus hören konnten. In einem Ort namens Kibabe kam es zu einem Zwischenfall, wo wir Gottes Bewahrung erleben durften. Als wir in einem Ort namens Kinigi gepredigt hatten, entschied sich mein Freund Pastor Bertin weiter nach Kibabe zu fahren, um dort bei einem Verwandten zu übernachten. Als wir dort am späten Abend ankamen, meldeten wir uns im Polizeirevier an. Anscheinend war unser Kommen im Vorfeld von dem örtlichen Pastor nicht weitergegeben worden. Ein lokaler Ortsleiter machte Bertin Sorgen, da er die Polizei gegen uns aufbrachte. Es war bereits dunkel und wir stiegen schnell ins Auto, um weiterzufahren. Plötzlich wurde unser Auto von Polizisten umringt und sie forderten uns auf, das Auto am Polizeigebäude abzustellen. Kurz darauf tauchte plötzlich auch Militär auf. Und dann gab es Diskussionen zwischen meinem Team und den örtlichen Behörden. Man nahm uns die Pässe weg und wir wurden in ein nebenstehendes Gebäude gebracht, wo wir die Nacht verbringen mussten. In dieser Nacht haben die wenigsten von uns gut geschlafen. Wir haben viel gebetet, weil wir nicht wussten, was los war und was man mit uns machen würde. Früh am nächsten Morgen kam der Polizeichef und die Sache konnte dann schnell geklärt werden. Innerhalb der nächsten Stunde bekamen wir unsere Pässe wieder und durften weiterreisen. Bitte betet für die Menschen im Kongo für stabile politische Verhältnisse und dass Jesus ihnen begegnet und sie segnet. (Henrik Ermlich)

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