2. Dezember 2021

Fastenzeiten – Wüstenzeiten

„Da wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher (…) zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn es steht geschrieben: »Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen.« Da verließ ihn der Teufel. Und siehe, da traten Engel herzu und dienten ihm.“ (aus Matthäus 4)

Jesus verbringt viel Zeit allein mit Gott. Er fastet und betet in der Wüste Juda. In dieser „Wüstenzeit“ bereitet sein himmlischer Vater ihn auf seinen Dienst vor. Und damit auch auf den Weg, der Jesus schließlich bis ans Kreuz führt. Aber auch durch Leid und Nacht hindurch zum Auferstehungsmorgen, zu Kraft und ungetrübter Gemeinschaft mit Gott. Auch wir erleben „Wüstenzeiten“, was sicher für viele auch das Leben im zweiten Jahr der Pandemie einschließt. Die gegenwärtige Fasten- und Passionszeit lädt dazu ein, unseren Blick intensiver auf Jesus zu richten. Er hat sich in allen Lebenslagen, auch und gerade auf den Dürrestrecken seines Lebens, an Gott festgehalten, sich ihm vertrauensvoll überlassen. Und er durfte immer wieder Gottes Versorgung erfahren. Nur 3 Stunden Fußweg von dem Ort der Versuchung Jesu entfernt, ebenfalls in der Wüste Juda, wurde vertrauensvoll das folgende uralte Gebet geschrieben:

Zum Höchsten will sagen: Du bist der Grund all dessen, was an mir gut ist. Du bist der Quell der Erkenntnis, der Brunnen der Heiligkeit. Du bist der Gipfel des Glanzes. Allgewalt ewiger Herrlichkeit.  Wenn die Not beginnt, will ich ihm ein Loblied singen, und bin ich in Bedrängnis, singe ich seinen Preis.

(aus den Höhlen von Qumran, Übertragung: Klaus Berger)

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