28. September 2021

Juniglanz

Schön wie niemals sah ich jüngst die Erde.

Einer Insel gleich trieb sie im Winde.

Prangend trug sie durch den reinen Himmel

Ihrer Jugend wunderbaren Glanz.

Funkelnd lagen ihre blauen Seen,

Ihre Ströme zwischen Wiesenufern.

Rauschen ging durch ihre lichten Wälder,

Große Vögel folgten ihrem Flug.

Dieser Auszug aus dem Gedicht „Juni“ beschreibt die Schönheit der Schöpfung gerade in diesem jungen Sommermonat. Geschrieben hat diese Zeilen die Lyrikerin Marie Luise Kaschnitz, die von 1937 bis 1941 im Hinterhaus unseres heutigen ChristHauses am Ortenberg lebte. Der Juni ist einer der schönsten Monate im Jahr, mit seinen warmen Abenden, an denen es oft noch lange hell ist. Und wir sehen an der Natur und den Geschöpfen um uns herum, wie groß Gottes Schöpfermacht, Fürsorge und Liebe ist. An ungewöhnlich heißen Tagen, die im Laufe der letzten Jahre zugenommen haben und den Klimawandel anzeigen, merken wir aber auch, wie fragil die Schöpfung ist und wie gefährdet, vor allem durch uns. Ich möchte gerne mehr lernen, wie ich die Schöpfung und die Geschöpfe und damit das, was Gott in großer Liebe und Kreativität erschaffen hat, wertschätzen und bewahren kann. Was könnte mein Beitrag sein, damit unsere Erde weiterhin ihren „wunderbarem Glanz“, wie es Marie Luise Kaschnitz schreibt, entfalten kann? Helfen kann mir bei diesen Überlegungen auf alle Fälle eine innige Beziehung zu Gott, der meinem Sein und Tun gute Früchte schenkt:

„Gesegnet ist der Mensch, dessen Zuversicht der Herr ist. Der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hin streckt. Denn obgleich die Hitze kommt, fürchtet er sich doch nicht, sondern seine Blätter bleiben grün; und er sorgt sich nicht, wenn ein dürres Jahr kommt, sondern bringt ohne Aufhören Früchte.“ (Jer 17,7-8)

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