23. November 2020

Jerusalem: Laubhüttenfest und Lockdown

Hinter uns liegt der wärmste September seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen. Die Hitze hatte sich lähmend über die Stadt gelegt, wie auch der zweite Lockdown, in dem wir uns seit zwei Wochen befinden. Es ist gut möglich, dass er dreiwöchige Lockdockdown noch über den 10. Oktober hinaus verlängert wird, weil die Infektionszahlen immer noch extrem hoch sind. So sieht man in diesem Jahr deutlich weniger Laubhütten (Sukkas) in den Straßen. Einige größere Sukkas sind aufgebaut, obwohl sich dort eigentlich nur Familienmittglieder versammeln dürfen. Ca. 35 Prozent der Infizierten kommen aus ultraorthodoxen Familien. Wir haben einen guten Tagesrhythmus gefunden, der uns hilft Tage zu gestalten. Am Morgen machen wir z.B. vor dem Frühstück einen 40-minütigen Rundgang durch die ganz leere Altstadt. Die Franziskaner feiern täglich um 7.30 Uhr in der Grabeskirche eine katholische Messe. Wenn wir dort dazukommen, erhöhen wir die Teilnehmerzahl von 3 auf 5 Personen. Normalerweise ist die Kirche um diese Zeit schon überfüllt. Beim Frühstück lesen wir im Moment das neue Buch von Guido B. zu den jüdischen Festen. Am Nachmittag sitzen wir häufig auf der Terrasse am lutherischen Gästehaus, um einfach mal aus dem Haus zu kommen. Wir haben den Schlüssel für den Garten bekommen, um dort eine Katze zu versorgen, das Haus steht ebenso leer. Natürlich nagt die Ungewissheit, wann der Gästebetrieb wieder beginnen kann, und die Isolation hier im Ausland zunehmend an unseren Nerven. Aber bisher ist es uns noch gut gelungen, das Beste aus der gewonnenen Zeit zu machen. Unsere Gebetsanliegen: Für Gesundheit und um Bewahrung, Geduld und Zuversicht. Weiterhin ist uns sehr wichtig, dass die seit langem vom Johanniterorden beantragte dreimonatige Sanierungsmaßname im November begonnen werden kann. Sie ist mittlerweile genehmigt und im Moment laufen die Verhandlungen mit dem Bauunternehmer, der hoffentlich dann trotz Lockdown im November starten kann, sodass die Maßnahme bis Ende Januar abgeschlossen wäre. Betet auch dafür, dass ab Februar unsere Volontärinnen und wieder Gäste kommen können. Herzliche Grüße, Elsa und Michael

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