28. September 2021

Nachrichten von Michael und Elsa aus Jerusalem

Auf diesen Moment hatten wir sieben Monate gewartet: Gestern (05.07.) wurde die Baustelle im Johanniter-Hospiz geräumt und drei volle Traktorenladungen mit Schutt, Werkzeug und Gerüstteilen verließen das Haus. Heute konnten wir anfangen, die Höfe gründlich zu reinigen und wieder herzurichten, ein befreiender Moment! Noch ist nicht alles fertig – im Aufenthaltsraum im Obergeschoß müssen z.B. noch Teile der neuen Miniküche geliefert werden und in allen Bädern fehlen noch die Spiegel, Handtuchhalter und andere Kleinteile, aber wir sind auf der Zielgeraden! Parallel suchen wir nach geeigneten Möbeln, Vorhängen. Lampen etc. Sind schöne Sachen gefunden, steht der aufwändige Transport an: Die Gemeinschaft von Latrun hat uns mit ihrem Kleintransporter geholfen, den wir bis zur Altstadt fahren können. Von den Stadttoren aus geht es dann mit einem bestellten Mini-Traktor durch die engen Gassen zu unserem Haus. Jones, ein Mitarbeiter aus Marburg, der mit seiner Frau Luisa gerade in Jerusalem ist, hat uns dann geholfen, die Sachen von der Ladefläche des Traktors die Stufen hinauf ins Haus zu tragen. Das Johanniter-Hospiz ist sehr schön und super nutzbar geworden: So gibt es z.B. endlich Klimaanlagen und WiFi in allen Räumen; die Bäder sind edel und einladend gestaltet, kein Vergleich zu früher. Gleichzeitig haben wir und die beteiligten Architekten besonders darauf geachtet, den Charme eines alten Hauses im Herzen Jerusalems zu erhalten. Wir hatten sehr darauf gehofft, Ende Juni endlich mit dem Bau ganz fertig zu sein und ab Anfang Juli die ersten Gäste begrüßen zu können. Leider hat sich aber der Bauabschluss immer weiter verzögert und urplötzlich hat Corona zurückgeschlagen. Über Wochen war hier das Leben wieder völlig normal, ohne jegliche Einschränkung, keine Masken draußen oder drinnen. Deshalb wollte die Regierung ab 1. Juli wieder den Flughafen für den internationalen Tourismus öffnen. Aber leider gab es plötzlich wieder steigende Infektionszahlen vor allem bei den ungeimpften Jugendlichen und Kindern. So wurde der Termin auf den 1. August verschoben, bis heute ist unklar, ob es dabei bleibt. Wir haben ab September wieder viele Buchungen bis in den Dezember hinein und hoffen nun weiterhin, dass vielleicht schon ab 1. August, spätestens aber ab 1. September Gäste kommen können. Die lange Sanierungsphase und die Ungewissheit, wann wieder Gäste kommen können, ist nervenaufreibend und ermüdend. Umso größer wird dann aber die Freude sein, wenn es wieder losgeht, unser Volontär und zwei Volontärinnen ab 1. September einreisen und wir an der Tür „Herzlich willkommen!“ sagen können. (Eure Michael und Elsa)

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